Umsomehr erfreut es, wenn man auf einer kleinen Küstenwanderung dann doch sehr Sehenswertes entdeckt. Bei schönem Spätsommerwetter habe ich letztes Wochenende die ländliche Gegend südlich von Tokio entdeckt. Das hieß zunächst dank einiger Verwirrung über die eigentliche Route einen unmittelbaren Einblick in den Gemüseanbau in Japan. Dabei fällt auf, dass viel weniger Sorten unter Glas angebaut werden, als es bei uns üblich ist. Mit größer Sorgfalt werden die Pflanzen gesteckt, gejahtet und geerntet. Fast alles wird unter feinmaschigen Netzen gezogen, die die Felder überspannen. Viele alte, krumme Gestalten kriechen über den Acker und die Wege. Sie tregen leichte aber körperbedeckende Kleidung und große Strohhüte zum Sonnenschutz.
Das eigentliche Ziel der Wanderung, der Küstenabschnitt einer Halbinsel die die Tokioter Bucht begrenzt, war nicht minder eindrucksvoll und eine echte landschaftliche Schönheit. Dementsprechend drängten sich dort auch einige Japaner, jedoch wurde kein einziger Ausländer gesichtet. Und was gab es zu sehen? Kliffe von einzigartieger Struktur. Im Felsen wechseln sich schwarze Lavaschichten mit hellen Sedimentschichten in beeindruckender Regelmäßigkeit ab. Die ganzen Stapel sind dann von Urkräften gekippt und gedreht worden und spießen nun in bizarren Formen trotzig und scheinbar unverrückbar in die salzige Meeresluft. Die Verwitterung hat freilich auch ihren Beitrag zur schroffen Erscheinung geleistet, erweist sich doch die Lava als wesentlich resistenter als das Sediment.
Leider war auch dieser Naturgenuß schnell wieder vorbei, zumindest schneller als gedacht, denn die Zeitangaben an japanischen Wanderwegen lassen sich meinst deutlich unterschreiten. Was bleibt sind wie immer die Bilder:
Schroffe Felsen an der Küste.
Landarbeiterinnen gehen ihrer Wege.
Ein Bild vom Konferenzausflug vor drei Wochen: der Fujisan, Japans höchster Berg.
