Wetterbedingt war immer wieder sanfte Zerstreuung, ganz nach japanischer Manier, geboten und nichts bietet sich dafür besser an als Odaiba, die künstliche Vergnügungsinsel. Waren die Straßen bei leichtem Nieselregen wie leer gefegt, so quollen die Shopping-Malls, Kinos, Spielewelten und Restaurents geradezu über.
Der aktuelle Anreiz, um die Japaner zum Geld ausgeben zu bewegen, heißt "White Day" und ist am 14. März. Er ist das Kompliment zum Japanischen Valentinstag, an dem die Männer von den Frauen beschenkt werden; am White Day sind dann die Frauen die Beschenkten. Die Malls werden übrigens noch immer von opulent beleuchteten Weihnachtsbäumen geziert, die wohl mehr als Winterbäume verstanden werden:
Um so besser, dass sie aus echtem Kunststoff sind, jeder hölzerne Baum hätte längst durch Abwurf der Nadeln den Dienst quittiert.
Bleibt mir, ein paar Schlaglichter auf die Japanische Vergnügungskultur zu werfen. Wenn wir zunächst im Einkaufszentrum bleiben, fällt diese Modenschau für Hundekleidung ins Auge. Gerade bei den winterlichen Temperaturen sorgt sich wohl so machens Frauchen, ob die überzüchtete Fußhupe nicht erfriert. Das kurbelt den Absatz natürlich an.
Für mehr Interaktion ist in den Spielhöllen gesorgt (wobei ich mir die Hölle nie so rosarot vorgestellt hatte). Die ewig-kindlichen Japanerinnen werden vor allem von Fotokabinen mit digitaler Nachschminkmöglichkeit magisch angezogen. Auch Ray und ich wurden so verhübscht. Hier zeige ich aber mal lieber nicht das Ergebnis, sondern nur das Gerät:
Wenn es dann doch etwas niveauvoller sein soll, lädt das (sehr gut gemachte) Zukunfts- und Wissenschaftsmuseum zu einem Besuch ein. Dort gibt es die verrückteste Murmelbahn, die ich je gesehen habe. Sie soll die Datenströme im Internet verdeutlichen. Die vielen Kinder, die vergnüngt damit spielten, hat das wohl weder gestört noch interessiert:
Soviel erstmal aus Tokio. Der nächste Blogeintrag kommt sicher aus Amerika, wo ich kommende Woche für eine Konferenz weile.
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